Kostenlose Joomla!-Templates finden und einsetzen

Das Design Ihrer Joomla!-basierten Webseite wird über ein sogenanntes Template gesteuert. Ein solches Template können Sie sich als eine Vorlage bzw. Schablone vorstellen. Innerhalb von Templates sind Platzhalter definiert, in die dann die aus der Datenbank kommenden Inhalte geladen werden. Nun kann man Templates selbst anlegen oder vorgefertigte verwenden. Bevor es in den kommenden Tutorials um das Anlegen eigener Templates geht, wird hier zunächst ein Blick auf die vorgefertigten geworfen.

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Wer Joomla! inklusive der Beispieldatensätze installiert hat, den begrüßt beim Aufruf des Frontends in etwa folgendes Bild:

Rhuk_Milkyway heißt dieses standardmäßig mit Joomla! ausgelieferte Template. Nun kennt man dieses Joomla!-Design natürlich hinlänglich. Umso wichtiger ist es, dass man es nicht im Live-Betrieb einsetzt. (Das gilt zumindest dann, wenn man verhindern will, dass jeder erkennt, dass man das Joomla!-Standard-Template verwendet hat.) Da Joomla! mit Templates arbeitet, ist ein Design-Wechsel im Handumdrehen möglich.

Zwar sieht man es nicht auf den ersten Blick, aber es handelt sich hierbei tatsächlich um die gleiche Seite. Dieser Design-Schnellwechsel macht die Vorteile, die die Joomla!-Template-Basis mit sich bringt, deutlich. Design und Inhalt sind vollständig voneinander getrennt, so dass sich mit wenigen Mausklicks völlig neue Layouts einstellen lassen. Wer in der "Vergangenheit" seine statischen HTML-Seiten einem Design-Wechsel unterzogen hat, weiß die Vorteile des Template-Systems mit Sicherheit zu schätzen.

Bei der Arbeit an und mit Joomla! gilt es zunächst einmal zwischen Site- und Administrator-Templates zu unterscheiden. Administrator-Templates sind für die Darstellung des Backends verantwortlich. Site-Templates hingegen sorgen für die Anzeige im Frontend. Um in diesem Tutorial nicht immer explizit von Site-Templates sprechen zu müssen, sind immer Site-Templates gemeint, wenn Templates geschrieben wird.

Hier gibt es kostenlose Templates
Bevor man seiner Seite ein neues Design spendieren kann, muss man zunächst erst einmal ein entsprechendes Template haben. Aufgrund der großen Beliebtheit und der wachsenden Community gibt es mittlerweile zahlreiche Template-Quellen für Joomla!. Die folgende Liste erhebt zwar – so heißt es ja immer schön – keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie ist aber in jedem Fall ein guter Ausgangspunkt für Ihre eigenen Template-Recherchen.

  • http://www.joomla24.com/ – Es gibt hier mittlerweile über 1200 Templates zum kostenlosen Herunterladen.
  • http://www.joomla-templates.com/ – Neben kommerziellen gibt es auch zahlreiche kostenlose Templates. Um die Seite beziehungsweise die Template-Entwickler zu unterstützen, können Sie über den Donate-Button eine kleine Spende abgeben.
  • http://www.joomlaos.de/ – Zahlreiche kostenlose Templates gibt es hier.
  • http://www.joomlaresource.com/ – Um Templates herunterladen zu können, muss man sich zunächst registrieren und dann eingeloggt sein.
  • http://www.joomla-styles.de/ – Auch hier werden einige Templates angeboten.

Achten Sie vor dem Download des gewünschten Templates unbedingt darauf, dass es tatsächlich für "Ihre" Joomla!-Version geschrieben ist. Denn auch bei den Templates wird zwischen Versionen für Joomla! 1.0 und der 1.5er-Version unterschieden. So muss beispielsweise in Templates, die in Joomla! 1.5 eingesetzt werden sollen, eine XML-Setupdatei enthalten sein. Innerhalb dieser Datei werden alle zum Template gehörenden Dateien, sowie allgemeine Template-Informationen definiert. Bei dem Versuch ein altes Template unter Joomla! 1.5 zu installieren, kommt es dann aufgrund der fehlenden Setupdatei auch zu einer Fehlermeldung.

Vor- und Nachteile vorgefertigter Templates
Bevor gezeigt wird, wie Templates installiert werden, noch ein paar Worte zu den Vor- und Nachteilen der kostenlosen Vertreter. Denn hört man sich einmal in der Joomla!-Gemeinde um, besitzen die kostenlosen Templates nicht gerade den besten Ruf. Begründet wird das oft mit einfallslosem Design, schlechter handwerklicher Umsetzung und fehlender Individualität. Grund genug also, einmal genauer hinzusehen.

Vorteile haben kostenlose Template zweifellos in Sachen

  • Preis,
  • Zeitaufwand für das Erstellen und
  • schneller Einsetzbarkeit.

Es spricht also so einiges für den Einsatz kostenloser Templates. Aber natürlich gibt es auch hier die berühmte zweite Medaillenseite.

  • Sehr oft laufen 3rd-Party-Komponenten nicht.
  • Kostenlos verfügbaren Templates mangelt es an Individualität.
  • Die Qualität ist oft nicht ausreichend. (Nicht validierender (X)HTML-Code sei hier als Beispiel genannt.)
  • Oft muss man gut sichtbar den Entwickler des Templates nennen. Ebenso häufig besteht ein Linkzwang, es muss also einen Link auf die Webseite des Template-Entwicklers gesetzt werden. Für professionelle Webprojekte ist beides eigentlich nicht hinnehmbar. (Wobei es dabei sicherlich auf die Art des Projekts ankommt.)

Das Für und Wieder kostenloser Templates haben Sie gesehen. Stellt sich noch die Frage, ob Sie ein solches Template einsetzen sollten. Wenn Sie

  • schnell zu einem Ergebnis kommen,
  • nicht im Webdesign-Bereich tätig sind oder
  • nicht viel Wert auf ein individuelles Design legen,

dann sind Gratis-Templates eine gute Alternative. Geht es allerdings in den professionellen Bereich, machen sich professionell und individuell gestaltete Templates aber sicherlich besser.

Templates installieren
Wenn Sie sich das passende Template herausgesucht haben, geht es ans Installieren. Wie das funktioniert, zeige ich Ihnen anhand des Templates SiteGround J1.5-26, das von der Seite http://www.joomlaos.de/ kostenlos heruntergeladen werden kann.

  1. Das Template liegt als Zip-Archiv vor. Um es installieren zu können, darf es nicht entpackt werden.
  2. Im Backend wird Erweiterungen und Installieren/Deinstallieren aufgerufen.
  3. Dort wählen Sie das Zip-Archiv über die Durchsuchen-Schaltfläche aus und starten die Installation mit Datei hochladen & installieren. Im oberen Fensterbereich wird daraufhin eine Erfolgsmeldung angezeigt.

  1. Erscheint diese Meldung, kann das Template auf der Webseite verwendet werden.

Nach der Installation müssen Sie das Template als Standard definieren. Nur so wird es von Joomla! für die Anzeige der Daten im Frontend eingesetzt. Dreh- und Angelpunkt für die Template-Verwaltung ist Erweiterungen/Templates. Um das neue Template als Standard einzurichten, markieren Sie den zu ihm gehörenden Radion-Button und klicken in der Werkzeugleiste auf Standard. Damit wird das Template standardmäßig auf alle Seiten angewendet, bis auf die, auf denen man explizit ein anderes definiert hat.

Mehrere Templates auf die gleiche Seite anwenden
Nun ist es natürlich so, dass Sie für Ihre Webseite sicherlich durchgängig das gleiche Template verwenden wollen. Allerdings gibt es auch Fälle, bei denen innerhalb eines Web-Projekts das Design variieren soll. Also angenommen, Sie haben ein Standard-Template definiert, das auf alle Seiten angewendet wird. Jetzt möchten Sie aber, dass drei Seiten, die über das Hauptmenü aufgerufen werden, in einem anderen Design erscheinen. So etwas lässt sich mit Joomla! problemlos umsetzen.

  1. Dazu rufen Sie Erweiterungen/Templates auf. Hier sehen Sie zunächst einmal das Standard-Template.

  1. Diese Einstellung belassen Sie, wie sie ist. Klicken Sie nun auf den Namen des Templates, das nur auf ganz bestimmten Seiten angezeigt werden soll.
  2. Innerhalb des Menüs-Bereichs aktivieren Sie Aus Liste auswählen. Anschließend markieren Sie innerhalb des Auswahlfeldes die Seiten, auf die das Template angewendet werden soll. Dabei ist eine Mehrfachauswahl mit der [Strg]-Taste möglich.

  1. Mit Speichern übernimmt man die Einstellungen. Innerhalb der sich daraufhin öffnenden Übersichtsseite ist nun in der Zugewiesen-Spalte bei dem ausgewählten Template ein grüner Haken zu sehen.

  1. Wiederholen Sie diese Schritte für alle gewünschten Templates.

An dieser Stelle darf natürlich nicht der Hinweis fehlen, dass man es mit der Template-Vielfalt nicht übertreiben sollte. Denn schließlich soll sich der Besucher auf der Webseite zu Hause fühlen und nicht bei jedem Menüklick denken, er befindet sich auf einer anderen Seite.

Fazit
Kostenlose Templates nehmen Ihrer Seite oft das gewisse Etwas an Individualität. Sie sollten sich daher überlegen, ob Sie sie tatsächlich einsetzen wollen oder ob nicht vielleicht die Mitgliedschaft in einem Template-Club die bessere Wahl wäre.

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