Suchmaschinenoptimierung für Joomla! – Teil 1

Selbst die interessanteste Seite ist kaum etwas wert, wenn sie von niemandem besucht wird. Und da der überwiegende Teil der Besucher für seine Recherche Suchmaschinen nutzt, ist klar, wo man ansetzen muss, um mehr Besucher auf seine Webseite zu bekommen: Die Seite muss für Suchmaschinen optimiert werden. Genau diesem Aspekt widmet sich diese Tutorialreihe. Schritt für Schritt werden Sie in die "Geheimnisse" der Suchmaschinenoptimierung für Joomla! eingeweiht. Dabei können sich die Tutorials aber nicht auf die Joomla!-eigenen Optionen beschränken. Denn nur ein grundlegendes Verständnis dafür, an welchen Stellen SEO-Bemühungen ansetzen müssen, werden mittel- und langfristig zu einem besseren Ranking in den Trefferlisten der Suchmaschinen führen.

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Wer glaubt, dass es hinsichtlich der Suchmaschinenoptimierung mit dem Aktivieren einiger Joomla!-interner Optionen getan ist, der irrt gewaltig. Denn in der Tat erfordert es eine ganze Menge mehr, um seine Seite möglichst an prominenter Stelle in den Trefferlisten der Suchmaschinen wiederfinden zu können. Prinzipiell sollten sich die SEO-Bemühungen in Joomla! über die folgenden Punkte erstrecken:

  • Server
  • Dokumentstruktur
  • eingehende und ausgehende Links
  • Joomla!

Interessant ist die Frage, warum ein bestimmtes Dokument in den Trefferlisten auf Platz 1 geführt wird, ein anderes aber nur Position 89 einnimmt. Hier greifen die sogenannten Rankingverfahren. Diese sollen sicherstellen, dass die relevantesten Dokumente oben stehen. Dabei spielen die verschiedenen Rankingfaktoren die entscheidende Rolle. Es ist davon auszugehen, dass von den Suchmaschinen prinzipiell die gleichen Faktoren herangezogen werden. (Wenngleich sich natürlich kein Suchmaschinenbetreiber in die Karten blicken lässt, welche Faktoren er zugrunde legt.) Die Unterschiede ergeben sich dann lediglich aus der andersartigen Gewichtung der Faktoren. Unterschieden wird zwischen zwei Arten von Rankingfaktoren: den anfrageabhängigen und den anfrageunabhängigen Faktoren.
Zunächst die anfrageabhängigen Faktoren:

  • Groß-/Kleinschreibung
  • Sprache
  • Metatags
  • Ankertexte
  • Reihenfolge der Suchbegriffe innerhalb der Suchanfrage
  • Position der Schlüsselwörter innerhalb des Dokuments
  • Hervorhebung von Begriffen mittels HTML-Tags.
  • Inverse Dokumenthäufigkeit
  • Wortabstand

Die anfrageunabhängigen Faktoren sind die folgenden:

  • Aktualität
  • Kriterium
  • Linkpopularität
  • Seitengröße
  • Dateiformat
  • Verzeichnisebene
  • Anzahl eingehender Links
  • Klickpopularität
  • Dokumentlänge

In den letzten Jahren hat maßgeblich die Bedeutung der Linkstruktur zugekommen. Dabei ist die Zahl der auf das Dokument verweisenden Links ebenso wichtig wie die Qualität der Seiten, von denen die Links stammen.

Für die Relevanzbewertung eines Dokuments ist also entscheidend, wie dieses mit anderen Dokumenten verlinkt ist. Dabei geht man gemeinhin davon aus, dass häufig verlinkte Dokumente für die Besucher interessante Inhalte bieten. Folglich werden solche Dokumente besser bewertet. Wenn Sie herausfinden wollen, wie sich Ihr eigenes Projekt in der Linkstruktur-Welt darstellt, können Sie das anhand des TouchGraph Google Browser testen.

Dieser Browser zeigt, wie Seiten untereinander verlinkt sind. Dazu trägt man einfach den URL der gewünschten Seite ein. Als Ergebnis bekommt man einen Überblick darüber, wie die Dokumente untereinander verlinkt sind.

Und genau nach diesem Prinzip arbeitet Google. Dort hat dieses Verfahren sogar einen eigenen Namen. Die Rede ist vom PageRank. In diesem Zusammenhang möchte ich gleich mit einem weitverbreiteten Irrtum aufräumen. Denn der PageRank leitet sich keineswegs vom englischen Page für Seite ab. Vielmehr ist es nach dem Erfinder des PageRank-Algorithmus und seines Zeichens Google-Mitgründer Lawrence Page benannt.
Ohne grundlegendes Verständnis des PageRanks ist es eigentlich unmöglich, seine Seiten optimal für Suchmaschinen aufzubereiten. Daher folgen hier zunächst einige allgemeine Hinweise zu diesem Algorithmus. Der PageRank selbst lässt sich mittels einer rekursiven Formel berechnen.

PR(A) = (1-d) + d (PR(T1)/C(T1) + … + PR(Tn)/C(Tn))

Dabei ist:

  • PR(A) der PageRank der Seite,
  • PR(Ti) der PageRank der Seiten, von denen der Link auf die Seite zeigt,
  • C(Ti) die Gesamtzahl der Links auf der Seite Ti, und
  • d ein Dämpfungsfaktor.

Auf der deutschsprachigen Wikipedia ist ein anschauliches Beispiel zur Berechnung des PageRanks enthalten.

Wer den PageRank seiner Seite ermitteln möchte, muss dabei übrigens nicht auf diese Formel setzen. Mittlerweile gibt es zahlreiche Tools, durch den sich der PageRank anzeigen lässt. In diesem Zusammenhang darf allerdings nicht der Hinweis fehlen, dass diese Tools nicht immer hundertprozentig arbeiten. Recht zuverlässig funktioniert die Anzeige erfahrungsgemäß mit der Google Toolbar. Diese können Sie sich von der Seite http://toolbar.google.com/ herunterladen und für Ihren Browser entsprechend installieren.

Um das entsprechende Symbol einzublenden, klicken Sie auf das Schraubenschlüsselsymbol und aktivieren in der Registerkarte Tools das Kontrollkästchen PageRank.

Mit Speichern werden die Einstellungen übernommen.

Stellt sich natürlich die Frage, warum das PageRank-Verfahren Google zur populärsten Suchmaschine der Welt machen konnte. Hier muss man sich ansehen, wie „früher“ – also vor dem PageRank-Verfahren – Dokumente von Suchmaschinen bewertet wurden. Dabei wurde meistens auf die Linkpopularität zur Relevanzbewertung gesetzt. Bei der Linkpopularität wird davon ausgegangen, dass ein Dokument umso wichtiger ist, je mehr Links darauf zeigen. Dieses Prinzip klingt logisch, hat aber einen entscheiden Haken: Seitenbetreiber generierten automatisch Seiten, die Links auf das Dokument enthielten. Eine vernünftige Relevanzbewertung war so natürlich nicht mehr möglich.

Beim PageRank-Verfahren sieht das anders aus. Denn hier geht man davon aus, dass ein Dokument dann eine hohe Bedeutung besitzt, wenn andere wichtige Dokumente auf dieses verweisen. Die Wichtigkeit einer Webseite ergibt sich dabei demnach aus der Bedeutsamkeit der auf sie verweisenden Seite. Der PageRank wiederum aus der Bedeutung der Seiten, die auf sie verweisen. Da das ganze Prinzip recht abstrakt klingt, wurde der sogenannte Random Surfer entwickelt. Dieser "typische Benutzer" bewegt sich von Seite zu Seite und nutzt dabei Hyperlinks, ohne explizit auf deren Inhalt zu achten. Wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Random Surfer einem bestimmten Link folgt, hängt dabei ausschließlich von der Anzahl der auf der Seite vorhandenen Hyperlinks ab. Daraus lässt sich folgern, dass auch die Anzahl der ausgehenden Links einer Seite in die Ermittlung des PageRanks mit einfließt.

Fazit
Dieses Tutorial hat gezeigt, dass hinter dem Thema Suchmaschinenoptimierung  deutlich mehr Know how steckt, als man hinter zwei Joomla!-spezifischen SEO-Optionen vermuten mag. Deutlich ist geworden, dass man seinen Seiten nur dann zu mehr Erfolg in den Trefferlisten verhelfen kann, wenn man mehrere Aspekte berücksichtigt. Dazu gehören natürlich die Joomla!-eigenen Einstellungen, aber eben auch Dinge wie Link- und Dokumentstruktur müssen berücksichtigt werden. In den nächsten Tutorials geht es dann mit den Joomla!-Einstellungen weiter.

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