Joomla! 2.5 (Teil 02): Das bringt die neue Version

Endlich ist es da, das neue Joomla! Was aber bringt der jüngste Joomla!-Spross und sollte man ein Update wagen? In diesem ersten Tutorial wird ein Blick auf die neuen Funktionen geworfen. Und die haben es durchaus in sich. Ihr werdet abschließend feststellen, dass sich ein Umstieg auf die neue Version in jedem Fall lohnt. Am Anfang steht aber eine Frage im Vordergrund: Was hat es eigentlich mit den in letzter Zeit festzustellenden Versionssprüngen von 1.6 auf 1.7 und schlussendlich 2.5 auf sich?

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In den vergangenen Monaten kam es aufgrund der Versionspolitik von Joomla! immer wieder zu Irritationen. Um die zu beseitigen, hilft es, einen kurzen Blick zurückzuwerfen.

 

Mit Version 1.5 legte Joomla! bereits einen deutlichen Qualitätssprung im Vergleich zu 1.0 hin. Die „Haltbarkeit“ von Version 1.5 war recht lang. Umso mehr überraschte dann der Nachfolger in Gestalt von Version 1.6 mit einer extrem kurzen Support-Phase.

Anstatt nämlich Joomla! 1.6 weiterzuentwickeln, ging man direkt zu Joomla! 1.7 über. Der Support für Joomla! 1.6 wurde von offizieller Joomla!-Seite eingestellt. Ende Januar hat man dann Joomla! 2.5 veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine sogenannte „Long Term Release“-Version. Dahinter verbirgt sich eine in der Programmierwelt schon lange etablierte Praxis geteilter Release-Zyklen.

Ab sofort soll es auch in Joomla einen kurzfristigen (Short Term Release) und einen langfristigen Release-Zyklus (Long Term Release) geben. Ziel ist es, alle sechs Monate eine neue Joomla!-Version zu veröffentlichen.

Bei Joomla! 1.6 handelt es sich um ein kurzfristiges Release. Joomla! 1.7 war das zweite kurzfristige Release. Mit Joomla! 2.5 wurde seit Joomla! 1.5 wieder ein langfristiges Release herausgegeben. Ab jetzt soll es alle achtzehn Monate ein solch langfristiges Release geben.

Dieser Aspekt führt unweigerlich zu folgender Frage: Wie lange wird es von offizieller Seite Support für die einzelnen Versionen geben? Joomla! 1.5, als langfristiges Release, wird noch bis April 2012 mit Sicherheitsupdates versorgt. Bei den kurzfristigen Versionen sind die Support-Zyklen deutlich kürzer. Diese enden exakt mit dem Erscheinen einer neuen Version.

Mehr Sicherheit

Eines der Hauptprobleme von Joomla! (und anderer vergleichbarer Systeme) ist die Sicherheit. So sahen sich in der Vergangenheit Joomla!-betriebene Webseiten oft Angriffen ausgesetzt. Schuld daran ist allerdings meistens nicht Joomla! selbst gewesen. Vielmehr waren zwei Aspekte maßgeblich daran beteiligt:

• Joomla! wurde nicht regelmäßig aktualisiert.
• Die installierten Erweiterungen waren schlecht programmiert oder wurden nicht aktualisiert.

 

Diese Dinge lassen sich in der 2.5-Version quasi auf Knopfdruck beheben. Direkt nach der Backend-Anmeldung zeigt Joomla!, ob das System und die installierten Erweiterungen aktuell sind.

Zusätzlich kann man im Backend überprüfen, für welche Extensions Updates verfügbar sind. Ebenfalls zur erhöhten Sicherheit trägt das leichtere Durchführen von Updates bei. Stellte sich dieser Prozess in der Vergangenheit – vor allem für Joomla!-Neulinge – oft problematisch dar, geht das heute auf Knopfdruck. Auch das ist natürlich ein enormer Gewinn an Sicherheit.

 

Verbesserte Suchfunktion

Ebenfalls komplett umgekrempelt wurde die Suchfunktion. Die neue Suche basiert auf dem von jXtendes entwickelten Finder. Mit der neuen Komponente Suchindex lassen sich sämtliche Inhalte indexieren. Damit die Suche effektiv genutzt werden kann, muss man allerdings zunächst das Plug-In Inhalt – Suchindex aktivieren.

 

Eine sogenannte Stemming-Funktion kann die in der Suche verwendeten Begriffe auf den Wortstamm reduzieren, was letztendlich zu mehr Treffern führt. Angenommen, man trägt als Suchbegriff Prob ein, erscheint in den Trefferlisten dann auch der Begriff Problem.

Insgesamt ist die Suche deutlich komfortabler und vor allem auch schneller geworden.

 

Captcha für Formulare

Endlich wurde eine Captcha-Funktion integriert. So lässt sich automatisch generierter Formular-Spam verhindern oder zumindest stark minimieren. Bei Joomla! kann man dabei das bekannte reCAPTCHA einsetzen.

Nur dann, wenn die angezeigte Buchstaben-Zahlen-Kombination in das Textfeld eingetragen wird, lässt sich das Formular abschicken. Eine solche Funktion war in früheren Joomla!-Versionen ausschließlich über Drittkomponenten umsetzbar. Dieser Umweg kann nun entfallen.

 

Übersetzungen anpassen

Wer mehrsprachige Webseiten nutzen will, kann diese nach Belieben übersetzen bzw. die übersetzten Begriffe anpassen. Das Konzept, das sich dahinter verbirgt, nennt sich Sprach-Overrides. Dazu lässt man Joomla! nach der zu übersetzenden Konstante suchen und passt den Begriff an.

Das manuelle Verändern der Sprachdateien und die damit einhergehende Suche nach den Konstanten entfallen somit.

 

Eigenes Logo im Offline-Modus

Während man größere Änderungen an der Webseite vornimmt, empfiehlt es sich, die Seite in den Offline-Modus zu schalten. Dadurch bekommen die Besucher lediglich einen Wartungshinweis angezeigt; von der eigentlichen Webseite sehen sie nichts.

 

Diese Funktion gab es in Joomla! schon immer. Jetzt hat man sie allerdings deutlich flexibler gestaltet. Endlich kann man nun nämlich über das Backend auch das eigene Logo für den Wartungs-Bildschirm angeben.

 

So wirkt die Seite dann deutlich personalisierter.

Im Zusammenhang mit dem Offline-Modus gibt es übrigens noch eine weitere Funktion. Die Seite kann im letzten Schritt der Joomla!-Installation direkt offline geschaltet werden. Das ist praktisch, schließlich kann man sich so gleich um die Konfiguration kümmern, ohne diese Option manuell über das Backend einstellen zu müssen.

 

Weitere Neuigkeiten

Neben den aufgeführten Punkten hat Joomla! 2.5 noch eine ganze Reihe weiterer Neuerungen zu bieten. Einige davon werdet ihr – da sie verborgen im Hintergrund arbeiten – vielleicht gar nicht bemerken. Hier ein kurzer Überblick über weitere interessante Funktionen:

• Das Anlegen neuer Module für Menüs geht einfacher.
• Die Datenbank lässt sich automatisch dahingehend überprüfen, ob deren Schema nach einem Update noch aktuell ist.
• Über Benutzer lassen sich Notizen anlegen.
• Die Anzeige „Wer ist online“ lässt sich jetzt auch nach Benutzergruppen filtern.
• Man kann explizit festlegen, ob man als Administrator per E-Mail darüber informiert werden möchte, ob sich an der Webseite ein neuer Benutzer registriert hat.

Fazit

Dieser erste Blick auf Joomla! 2.5 hat gezeigt, dass die jüngste Version des beliebten Content-Management-Systems erneut einen deutlichen Qualitätssprung hingelegt hat. Die Frage, ob sich ein Update auf Joomla! 2.5 lohnt, stellt sich ohnehin nicht, da der Support für Joomla! 1.5 in absehbarer Zeit eingestellt wird. Wer sich also ernsthaft mit Joomla! beschäftigt, wird an Version 2.5 nicht vorbeikommen. Sich intensiv mit Joomla! 2.5 zu befassen, lohnt aber natürlich vor allem auch, da uns diese Version in den kommenden Monaten als Long-Time-Release erhalten bleiben und begleiten wird.

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