Joomla! 2.5 (Teil 04): Joomla! lokal installieren

Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Joomla!-Installation sind mit dem Aufsetzen einer Entwicklungsumgebung geschaffen worden. Was jetzt noch fehlt, ist Joomla! selbst. Genau darum geht es in diesem Tutorial, das euch Schritt für Schritt durch die Joomla!-Installation führt.

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Wenn ihr im Besitz einer Entwicklungsumgebung seid, könnt ihr auf der Joomla! installieren. Dafür gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten:

• Man lädt Joomla! von der offiziellen Seite http://joomla.org herunter.
• Man lädt Joomla! von der deutschsprachigen Seite http://jgerman.de herunter.

Unter http://joomla.org gibt es immer die aktuellsten Pakete. Das “Problem” dabei: Die Pakete enthalten lediglich englische Sprachdateien. Das ist allerdings kein wirkliches Problem, da man die Übersetzungsdateien später nachinstallieren kann.

Wer es sich noch einfacher machen möchte, lädt sich aber einfach ein Paket von der Seite http://jgerman.de herunter.

Darin sind dann bereits die deutschen Sprachdateien enthalten. Das nachträgliche Installieren dieser Dateien entfällt somit.

Gleichgültig, für welche dieser beiden Varianten ihr euch entscheidet: Nach dem Download des Pakets muss dieses entpackt werden. Die folgende Beschreibung funktioniert übrigens bei beiden Varianten. Es spielt also keine Rolle, ob ein Paket von der Seite http://joomla.org oder von der Seite http://jgerman.de verwendet wird.

Um das Archiv unter Windows zu entpacken, klickt man es mit der rechten Maustaste an und wählt Alle Extrahieren. Gebt einen Verzeichnisnamen an. In der aktuellen Beschreibung wird vom Verzeichnisnamen joomal25 ausgegangen. Mit Extrahieren wird das Archiv entpackt. Das Verzeichnis kann anschließend in das htdocs-Verzeichnis des Servers verschoben werden. Wer unter Windows arbeitet, findet dieses Verzeichnis beispielsweise unter C:\xampp\htdocs.

Damit die weiteren Schritte durchgeführt werden können, achtet unbedingt auf einen gestarteten Server. Ist der Server gestartet, kann es mit der eigentlichen Installation losgehen. Ruft dafür die Joomla!-Startseite im Browser auf. Wer die Joomla!-Dateien, wie zuvor gezeigt, direkt nach htdocs verschoben hat, verwendet folgenden Aufruf:

http://localhost/joomla25/

Achtung, es handelt sich hierbei tatsächlich nicht um einen Tippfehler; das Verzeichnis htdocs wird im Pfad nicht mit angegeben.

Im ersten Schritt meldet sich Joomla! mit der Sprachauswahl.

Die Sprache, die hier bestimmt wird, legt tatsächlich nur die Installationssprache fest. Das hat nichts mit der später im Backend und Frontend eingestellten Sprache zu tun. Stellt also die gewünschte Sprache (z. B. German DE-CH-AT) ein und bestätigt die Sprachauswahl mit Weiter.

Jetzt kommt die Installationsprüfung. Nehmt euch ruhig einen Moment Zeit, um diese detailliert zu überprüfen. Denn sind bestimmte Bedingungen auf eurem Server nicht gegeben, lässt sich Joomla! möglicherweise zwar installieren, im laufenden Betrieb kann es dann aber zu Problemen kommen. Die Seite ist in zwei Bereiche unterteilt. Im oberen Fensterbereich findet man die allgemeinen Systemeinstellungen. Diese sollten auf Ja stehen.

Was aber ist zu tun, wenn einer dieser Werte eben nicht auf Ja steht? Hier hilft die folgende Tabelle weiter.

Bereich Beschreibung
PHP-Version >= 5.2.4 Wer eine ältere PHP-Version verwendet, sollte diese in jedem Fall aktualisieren. Normalerweise genügt es, sich die neue Version von http://php.net herunterzuladen, sie zu entpacken und über die bestehende PHP-Installation zu kopieren. (Vorher sollte man allerdings die php.ini sichern und sie dann wieder in die neue PHP-Umgebung einfügen).
Zlib-Kompression wird unterstützt Unter Windows ist die Zlib-Funktionalität enthalten. Bei Linux muss die Erweiterung beim Kompilieren von PHP mit der Option –with-zlib[=DIR] aktiviert werden.
XML-Unterstützung Die XML-Unterstützung ist unter Linux und Windows aktiviert. Sollte allerdings PHP mit der Option –disable-xml kompiliert worden sein, kompiliert es neu und lasst dieses Mal –disable-xml weg.
Datenbankunterstützung:(mysql, mysqli) Seit PHP 5 ist MySQL weder standardmäßig aktiviert noch ist die MySQL-Clientbibliothek in PHP enthalten. Wer Windows nutzt, muss daher die php.ini öffnen und dort vor dem Eintrag extension=php_mysql.dll das Semikolon entfernen. Anschließend kopiert man die Datei libmysql.dll in das Windows-Stammverzeichnis.Wenn ihr PHP selbst kompiliert, verwendet die Option –with-mysql=[DIR].
MB Sprache ist Standard Der Installer überprüft, ob die PHP-Extension mbstring vorhanden ist. Sollte das bei euch nicht der Fall sein, öffnet ihr unter Windows die Datei php.ini und entfernt das Semikolon vor der Zeile extension=php_mbstring.dll. Bei Linux kompiliert ihr PHP mit der Option –enable-mbstring.
MB String overload ist deaktiviert Setzt in der php.ini vor mbstring.func_overload ein Semikolon und deaktiviert somit MB string overload.
INI-Parser-Unterstützung Ermöglicht das Auslesen von Werten aus INI-Dateien.
JSON-Support Die JavaScript Object Notation, kurz JSON, ermöglicht den Austausch von Daten zwischen Anwendungen. Joomla! 2.5 benötigt JSON-Unterstützung, um zu laufen.
configuration.php nicht schreibgeschützt Joomla! trägt die Konfigurationseinstellungen in die configuration.php ein. Damit die Einstellungen übernommen werden, muss diese Datei beschreibbar sein. Wenn es hier zu der Fehlermeldung “Die configuration.php ist nicht beschreibbar!” kommt, deutet das auf falsche CHMOD-Rechte oder eine fehlende configuration.php hin.

Mit dem Bereich Empfohlene Einstellungen verhält es sich etwas anders. Dieser Bereich ist in die beiden Spalten Empfohlen und Aktuell untereilt.

Unter Empfohlen sind die Einstellungen zu sehen, die von den Joomla!-Entwicklern als optimal für den laufenden Joomla!-Betrieb angesehen werden. Das, was bei Aktuell steht, sind die Einstellungen, die momentan auf eurem System vorherrschen. Nun ist es aber nicht so, dass die Werte beider Spalten unbedingt identisch sein müssen. Ein typisches Beispiel dafür ist der Eintrag Fehler anzeigen.

Dieser bezieht sich auf die mögliche Anzeige von PHP-Fehlermeldungen. Unter Empfohlen steht der Wert Nein. Das ist so im Live-Betrieb der Seite natürlich richtig, schließlich sollen die Besucher keine PHP-Fehlermeldungen angezeigt bekommen. Während der Entwicklungsphase der Seite ist es aber durchaus sinnvoll, sich auf mögliche PHP-Fehler aufmerksam machen zu lassen. Daher müssen die Einträge unter Aktuell nicht unbedingt mit denen unter Empfohlen übereinstimmen.

Und das verbirgt sich hinter den einzelnen Optionen:

Safe Mode – Dient dazu, den Dateizugriff einzuschränken. Interessant ist das vor allem auf Servern, auf denen mehrere Webseiten laufen.
Fehler anzeigen – Es werden PHP-Fehler angezeigt.
Dateien hochladen – Ermöglicht den Datei-Upload mittels HTTP.
Magic Quotes Laufzeit – Teile der an den Server gesendeten Daten werden maskiert.
Magic Quotes GPC – Das ist ein php.ini-Eintrag, durch den die Werte von GPC-Variablen automatisch einer Sonderzeichen-Auszeichnung unterzogen werden.
Register Globals – Stellt globale Variablen unter ihrem Eigennamen zur Verfügung.
Automatischer Sitzungsstart (Session) – Die Session wird automatisch mit dem Aufruf der Seite gestartet.
Standard Zip-Unterstützung – Es wird überprüft, ob es eine native Zip-Unterstützung gibt.

Wenn die dort angezeigten Werte in Ordnung sind, geht es mit Weiter zum nächsten Schritt. Wurden Änderungen an der PHP-Konfigurationsdatei php.ini vorgenommen, kann die Prüfung nach einem Serverneustart über Prüfung wiederholen erneut durchgeführt werden.

Im nächsten Schritt werden die Joomla!-Lizenzvereinbarungen angezeigt. Bestätigt diese mit Weiter. Wer mehr über dieses Thema erfahren möchte und wissen will, was es eigentlich genau mit der GNU GPL auf sich hat, wird auf der Seite http://www.gnu.de/gpl-ger.html fündig. Dort gibt es den exakten Wortlaut der GNU GPL auf Deutsch. (Es ist übrigens durchaus ratsam, sich das Ganze einmal durchzulesen. So wird schnell klar, was man eigentlich bei Joomla! alles machen darf und was man besser bleiben lässt. Viele Foren-Fragen nach Logo, Copyright-Hinweis usw. erübrigen sich dann).

Jetzt geht es um die Datenbankeinstellungen.

An dieser Stelle wird von einer lokalen XAMPP-Installation ausgegangen. Dort könnt ihr frei zwischen MySQL oder MySQLi wählen. Wenn ihr Joomla! bei einem Provider installiert, wird der euch normalerweise mitteilen, welche dieser Varianten er unterstützt.

In das Feld Servername trägt man üblicherweise localhost oder 127.0.0.1 aus. Bei Benutzername und Passwort werden die MySQL-Zugangsdaten angeben. In einer XAMPP-Installation lautet der Benutzername standardmäßig root. Das Passwort-Feld bleibt bei XAMPP üblicherweise leer. Der Name der Datenbank kann bei einer lokalen Installation frei gewählt werden. Wer Joomla! bei seinem Provider installiert, bekommt von dem üblicherweise ein festes Kontingent an Datenbanken, bei denen dann auch die Namen vorgegeben sind.

Interessant ist auch das Feld Tabellenpräfix.

Wenn ihr beispielsweise bei einem Provider lediglich eine Datenbank habt, aber mehrere Joomla!-Installation betreiben wollt, kommt dieses Feld ins Spiel. Das in dieses Feld eingetragene Präfix wird automatisch vor jeden Joomla!-Datenbanktabellennamen eingefügt. Somit kann man also in eine Datenbank Joomla! mehrmals installieren.

Mit Weiter geht es zum nächsten Installationsschritt. Joomla! versucht dabei, auf Basis der eingetragenen Informationen eine Verbindung zur Datenbank herzustellen. Klappt das nicht, gibt es eine Fehlermeldung.

In diesem Fall müssen die Angaben korrigiert werden. Mit fehlerhaften Angaben lässt sich Joomla! nicht installieren. Wenn die Angaben richtig sind, geht es mit den FTP-Einstellungen weiter.

Bei einer lokalen Joomla!-Installation sind diese natürlich weniger interessant.  Erst bei einer Installation beim Provider gibt man diese üblicherweise an. Auf Windows-Systemen funktioniert der Joomla!-FTP-Layouter übrigens ohnehin nicht. Wer also XAMPP unter Windows nutzt, kann diesen FTP-Schritt geflissentlich überspringen. Wenn ihr Joomla! bei eurem Provider installiert, bekommt ihr von dem die FTP-Daten. Diese könnt ihr dann hier direkt angeben oder das Ganze dann später innerhalb der Joomla!-Konfiguration nachholen.

Die FTP-Konfiguration wird also mit Weiter übersprungen. In dem sich öffnenden Dialogfenster werden allgemeine Angaben zur Webseite erwartet.

Da wäre zunächst das Feld Name. Dieser Name wird später u.a. in der Titelleiste des Browsers angezeigt, da er von Joomla! automatisch als Wert des title-Elements verwendet wird. Joomla! greift auf diesen Namen aber beispielsweise auch beim Versand von System-E-Mails zurück.

Über den Bereich Erweiterte Einstellungen (optional) lassen sich Metadaten definieren.

Diese Daten gelten dann global für die gesamte Webseite. Das gilt zumindest solange, bis man an anderer Stelle (beispielsweise bei den einzelnen Beiträgen) andere Metadaten definiert. Diese überschreiben dann diejenigen, die hier global gesetzt wurden.

Meta-Beschreibung – Hierüber gibt man eine allgemeine Beschreibung der Seite an. Diese wird unter Umständen von den Suchmaschinen in den Trefferlisten angezeigt.
Meta-Schlüsselwörter – Gebt hier eine Liste mit den relevanten Schlüsselwörtern ein. Die Schlüsselwörter haben heutzutage allerdings keine Bedeutung mehr, wenn es um Suchmaschinenoptimierung geht.

Unterhalb dieser beiden Optionen gibt es etwas, was neu mit Joomla! 2.5 eingeführt wurde. Die Funktion Joomla! offline zu schalten, gibt es natürlich schon lange. Allerdings kann man Joomla! jetzt direkt nach der Installation in den Offline-Modus schalten. Dadurch lässt sich die Grundkonfiguration dann in aller Ruhe vornehmen. Die Besucher bekommen währenddessen einen entsprechenden Hinweis angezeigt.

Im mittleren Seitenbereich der Konfiguration müssen weitere Angaben gemacht werden.

E-Mail – Bei einer lokalen Installation ist das zwar nicht wichtig, dennoch muss eine valide E-Mail-Adresse angegeben werden. An diese verschickt Joomla! im Laufe der Zeit verschiedene Systemnachrichten. Bei einer Installation beim Provider sollte man hier also auch tatsächlich eine Adresse angeben, auf die man selbst Zugriff hat.
Admin-Benutzername – Standardmäßig wird admin als Benutzername verwendet. Lokal ist das natürlich in Ordnung. Bei einer Providerinstallation sollte ein anderer Name gewählt werden.
Administrator-Passwort – Mit dem hier angegebenen Passwort meldet man sich am Backend an. Hierzu noch einige Hinweise: Bei einer lokalen Installation könnt ihr natürlich ein einfaches Passwort verwenden. Sobald die Webseite aber öffentlich zugänglich ist, muss das Passwort möglichst sicher sein. Ich will an dieser Stelle weder ein Referat über Passwortsicherheit halten noch ellenlange Ausführungen zu diesem Thema liefern. Denkt einfach daran: Wer Zugriff auf euer Backend bekommt, kann sämtliche Inhalte verändern und löschen. Dass das fatal ist, muss ich nicht lange erzählen.
Administrator-Passwort bestätigen – Gebt an dieser Stelle noch einmal exakt dasselbe Passwort für das Backend ein.

Wer Joomla! zunächst einmal kennenlernen möchte, sollte in jedem Fall die Beispieldateien über die gleichnamige Schaltfläche installieren. In den weiteren Tutorials wird mit diesen Beispieldateien gearbeitet.

Damit ist die Installation fast abgeschlossen. Mit Weiter wird das nächste und letzte Dialogfenster aufgerufen.

Klickt hier auf die Schaltfläche Installationsverzeichnis löschen. Nur dann kann tatsächlich auf Joomla! zugegriffen werden. (Wer möchte, kann das Verzeichnis installation natürlich auch manuell löschen).

Um zu testen, ob der Zugriff auf das Backend und das Frontend klappt, könnt ihr die beiden Schaltflächen im oberen Fensterbereich verwenden.

Über Website erreicht ihr die Seite, die eure Besucher normalerweise angezeigt bekommen. Um auf das Backend, also den Administrationsbereich, zugreifen zu können, klickt ihr hingegen auf Administrator.

Zum Anmelden ans Backend verwendet ihr dann die selbst vergebene Kombination aus Benutzername und Passwort.

Fazit

Joomla! ist nun erfolgreich installiert. Ihr habt gesehen, dass sich das recht problemlos umsetzen lässt. Entscheidend sind lediglich die zu berücksichtigenden Unterschiede zwischen einer lokalen Installation und einer beim Provider.

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