Joomla! 2.5 (Teil 07): Die Grundkonfiguration (2)

Um mit Joomla! effektiv arbeiten zu können, sollte man am Anfang immer die Grundkonfiguration durchführen. Mit der steht und fällt nämlich der Joomla!-Betrieb. Eine schlechte oder nicht vollständige Grundkonfiguration führt früher oder später zu Fehlermeldungen u.Ä. Daher geht es in diesem zweiten (und damit auch letzten) Grundkonfigurations-Tutorial um weitere wichtige Einstellungen.

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Wie im ersten Grundkonfigurations-Tutorial bereits erwähnt, findet ihr die notwendigen Einstellungen im Backend unter Site>Konfiguration.

 

Register 'Site'

Den Anfang macht in diesem Tutorial das Register Site. Einige der Optionen wurden bereits vorgestellt. Es gibt aber noch weitere.

Das wäre zunächst das Feld Name der Website. Dieser Name wird innerhalb der Titelzeile des Browsers angezeigt.

 

Da dieser Titel ein entscheidender Faktor bei der Suchmaschinenoptimierung ist/sein kann, sollte er gut gewählt werden.

Über die Option Editor legt man den Editor fest, der standardmäßig verwendet werden soll. Von Hause aus ist TinyMCE voreingestellt.

 

Joomla! ermöglicht aber auch den Einsatz anderer Editoren. Ebenso ist ein völliger Verzicht auf einen WYSIWYG-Editor möglich. In diesem Fall steht dem Redakteur lediglich ein normales Eingabeformular ohne weitergehende Formatierungsmöglichkeiten (außer direkt im HTML-Code) zur Verfügung.

Im Backend gibt es verschiedene Listenanzeigen. Über die Option Listenlänge könnt ihr festlegen, wie lang diese Listen standardmäßig für die Benutzer sind. (Wobei die Listenlänge dann von den Benutzern individuell angepasst werden kann).

Ähnlich ist auch das Feld Feedlänge gelagert. Nur wird hierüber die Anzahl der Beiträge bestimmt, die in Feeds angezeigt werden sollen.

 

Register 'System'

System beheimatet solche Optionen, mit denen man die grundlegende Funktionsweise von Joomla! bestimmt.

Dazu gehören solch elementare Dinge wie der Cache und Einstellungen zur Art der Benutzeranmeldung.

Bereich 'System'

Während der Joomla!-Installation wird ein zufälliges Wort erzeugt, das im Zusammenhang mit der XML-RPC-Schnittstelle und anderen Sicherheitsfunktionen benötigt wird. Über dieses Wort soll u.a. sichergestellt werden, dass ausschließlich registrierte beziehungsweise autorisierte Remote-Systeme Zugriff über diese Schnittstelle haben. Das Passwort ist lediglich lesbar, kann hier also nicht verändert werden.

 

In dem unter Protokollverzeichnis angegebenen Verzeichnis speichert Joomla! sämtliche Logdateien. Das Verzeichnis sollte natürlich vorhanden und beschreibbar sein. Über Hilfeserver gibt man an, welche Hilfe-Seite verwendet werden soll, wenn man in der Werkzeugleiste auf Hilfe klickt.

Bereich 'Fehlersuche (Debug)'

Interessant ist Debug hauptsächlich während der Entwicklungsphase des Webprojekts. So kann man sich beispielsweise die von Joomla! generierten Datenbankabfragen anzeigen lassen und so besser auf eventuelle Fehler während der Programmierung reagieren.

Unterschieden wird dabei zwischen zwei Debug-Varianten.

 

Da wäre zunächst der System-Debugging-Modus. Wird diese Option auf Ja gestellt, kann man im Frontend und im Backend sämtliche Datenbankabfragen nachvollziehen. Aber Achtung: Diesen Modus niemals auf Live-Seiten verwenden, da dadurch Angreifer Informationen bekommen, mit denen sie der Webseite schaden können.

Nicht so heikel ist hingegen die Option Sprache Debuggen. Legt hier fest, ob die Debug-Informationen für die Joomla!-Sprachdateien angezeigt werden sollen. Dabei beziehen sich die Debug-Meldungen auf die Sprach-Strings.

So kann man beispielsweise im Backend und im Frontend überprüfen, welche Strings innerhalb eines Templates über Sprachdateien oder das Backend übersetzt werden können. Zu erkennen sind die übersetzbaren Zeichenketten an den sie umgebenden Sternen.

 

Bereich 'Cache'

Mit Cache wird festgelegt, ob und wie Joomla! die Webseiten im Cache, also im Zwischenspeicher, halten soll. Gerade bei hochfrequentierten Seiten bringt das Caching Vorteile. Prinzipiell kann es aber auch bei nur wenig besuchten Seiten eingesetzt werden, da es auch dort die Performance der Seite erhöht.

Über das Cache-Feld wird bestimmt, ob der Cache aktiviert werden soll. Die Option AN – Normales Caching wählt man für einen kleineren Cache. Die andere Variante ist schneller und stellt einen größeren Cache zur Verfügung. Als Faustregel lässt sich festhalten: Bei kleineren Webseiten genügt in aller Regel auch das normale Caching.

Bei Cachespeicher wird die Art des Caches bestimmt. Joomla! speichert die Daten standardmäßig in Dateien. Damit das funktioniert, muss das cache-Verzeichnis, das im Wurzelverzeichnis von Joomla! liegt, unbedingt beschreibbar sein.

Die Option Cachedauer bestimmt, wie lange die Seiten maximal im Cache liegen dürfen, bis sie neu eingelesen werden. Der voreingestellte Wert 15 setzt eine maximale Speicherdauer von einer Viertelstunde, was durchaus praxistauglich ist. (Letztendlich hängt der Wert aber davon ab, wie oft sich die Seiteninhalte ändern. Ändern sie sich von nie, kann dieser Wert höher gesetzt werden).

Weiter geht es mit dem …

 

Bereich 'Sitzung (Session)'

Die Option Gültigkeit legt fest, nach wie vielen Minuten ein Benutzer automatisch vom Backend abgemeldet wird, wenn er am Backend inaktiv war, dort also keine Aktion ausgeführt hat. Wenn man lokal arbeitet, sollte man diesen Wert hochsetzen.

 

Register 'Server'

In diesem Register werden allgemeine Einstellungen zur Serverumgebung vorgenommen.

Da wäre zunächst die Option GZIP-Komprimierung. Damit kann die Komprimierung der Seiten aktiviert werden. Basis dafür bildet die in HTTP integrierte GZIP-Komprimierung. Dabei werden die Seiten auf dem Server gepackt und im Browser des Clients automatisch entpackt. Das bringt zwar eine schnellere Datenübertragung, allerdings unterstützen nicht alle Server und Browser diese Funktion. (Wenngleich das mittlerweile durchaus breit unterstützt wird).

 

Bereich 'Datenbank'

Hier findet ihr die Angaben zur Datenbank, die ihr während der Installation eingegeben habt. An dieser Stelle ist bei eventuellen Änderungen größte Sorgfalt geboten. Denn bereits ein falscher Parameter kann dazu führen, dass ihr nicht mehr auf das Backend zugreifen dürft und die gesamte Joomla!-Installation damit unbrauchbar wird. Solltet ihr euch vertippt haben, könnt ihr die entsprechenden Einstellungen aber natürlich in der Datei configuration.php rückgängig machen. Dennoch lässt man in aller Regel die Finger von diesem Bereich.

Bereich 'Mailing'

Aus Joomla! heraus lassen sich E-Mails verschicken. Genutzt wird diese Funktion beispielsweise während der Benutzeranmeldung, bei der den neuen Benutzern eine E-Mail zugeschickt wird. So zum Beispiel auch, wenn ein neuer Benutzer angelegt wurde.

Hallo XXXX,
diese E-Mail-Adresse wurde von einem Administrator auf der Seite Adelsheim.de für einen neuen Benutzer registriert.
Es folgen Benutzername und Passwort zur Anmeldung auf der Seite http://adelsheim.de/j25/
Benutzername: xxxxx
Passwort: xxxxx
Bitte auf diese Nachricht nicht antworten, da sie automatisch vom System erstellt wurde und nur zur Information dient.

Bei einer lokalen Umgebung wird diese Funktion nicht verwendet. (Wer unbedingt lokal einen E-Mail-Server betreiben möchte, sollte davon wirklich etwas verstehen. Ansonsten wird der eigene Rechner – und das meist schneller, als man glaubt – zur Spam-Schleuder.

Fazit

• Mailer – Gebt hier an, welche E-Mail-Variante verwendet werden soll. Möglich sind die PHP-eigene Mail-Funktion, ein SMTP-Server oder Sendmail. Normalerweise wird auf die PHP-Mail-Funktion zurückgegriffen.
• Absenderadresse – Allen ausgehenden Nachrichten wird der in diesem Feld eingetragene Wert als Absenderadresse eingetragen.
• Absendername – Der hier eingetragene Name wird als Absender angezeigt. Ihr könnt dort zum Beispiel euren Namen eintragen. Oft wird an dieser Stelle aber auch der Seiten- oder Firmenname verwendet.
• Sendmailverzeichnis – Wurde unter Mailer Sendmail eingestellt, dann trägt man hier den Pfad zu Sendmail ein.
• SMTP-Authentifizierung – Stellt über diese Option ein, ob ihr einen externen Mailserver verwenden wollt.
• Sicherheit – Hier kann man das vom SMTP-Server benutzte Sicherheitsmodul angeben. Interessant ist das beispielsweise, wenn der Server SSL verwendet.
• Benutzer – Der Benutzername für das E-Mail-Konto wird an dieser Stelle erwartet.
• Passwort – In dieses Feld trägt man das Passwort für das E-Mail-Konto ein.
• Server – An dieser Stelle gibt man den Server des E-Mail-Kontos an.

Das waren die wichtigsten Funktionen, mit denen man es während der Grundkonfiguration von Joomla! am häufigsten zu tun bekommt. Einige dieser Funktionen werden euch immer wieder begegnen, so natürlich auch im weiteren Verlauf dieser Tutorialreihe.

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