Joomla! 2.5 (Teil 08): Benutzer und Benutzergruppen (1)

Direkt während der Joomla!-Installation habt ihr automatisch einen Benutzer angelegt, mit dem ihr euch am Backend anmelden könnt. Dieser Benutzer gehört zur Benutzergruppe ‘Super Benutzer’ und unterliegt keinerlei Einschränkungen. Er kann sich also im Backend frei bewegen und auf sämtliche Funktionen zugreifen. In diesem und den nächsten Tutorials erfahrt ihr, wie ihr weitere Benutzer anlegen könnt und was es mit Benutzergruppen und Zugriffsebenen auf sich hat.

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Bevor in die Benutzerverwaltung eingestiegen wird, noch einige allgemeine Hinweise dazu. Oftmals ist nämlich nicht ganz klar, was es mit diesen unterschiedlichen Benutzern, Gruppen und Zugriffsrechten auf sich hat bzw. wofür die gut sind.

Benutzer gibt es in Joomla! für das Frontend und für das Backend. Backend-Benutzer können sich in den Administrationsbereich einloggen und dort beispielsweise Inhalte anlegen und freischalten oder auch die Konfiguration anpassen. Aber auch da gibt es Unterschiede. So darf ein Super Benutzer im Backend auf alle Funktionen zugreifen.

 

Ganz anders sieht die Sache bei Managern aus. Denn denen werden nach dem Einloggen ins Backend weitaus weniger Funktionen angeboten.

 

Frontend-Benutzern könnte man zum Beispiel den Zugriff auf einen Bereich der Webseite gestatten, der ausschließlich registrierten Benutzern zugänglich ist. Ebenso können Benutzer im Frontend aber auch Inhalte direkt bearbeiten, wenn man ihnen die Berechtigung dazu gibt.

Was die einzelnen Benutzer genau dürfen, kann man explizit festlegen.

 

Verbesserungen seit Version 1.6

Die Benutzerverwaltung ist in Joomla! fast schon traditionell ein Aspekt, der sich Kritik ausgesetzt sieht. Kein Wunder, schließlich hinkte Joomla! anderen CM-Systemen hier deutlich hinterher. Seit Joomla! 1.6 konnte dieser Abstand verringert werden. Gleichwohl besitzt Joomla! auf dem Gebiet der Benutzerverwaltung immer noch Nachholbedarf.

Dennoch handelt es sich seit Version 1.6 um eine echte Access Control List (ACL), zu Deutsch Zugriffssteuerungsliste. So kann man nun endlich explizit festlegen, welche Benutzer was am System machen dürfen. Endlich lassen sich auch eigene Benutzergruppen definieren, denen Zugriffsrechte zugewiesen werden können. Mit Joomla! 2.5 wurde mit den sogenannten Benutzerhinweisen ein weiteres Feature eingeführt. Darüber lassen sich Notizen über einzelne Benutzer anlegen.

 

Die Benutzerverwaltung kann in Joomla! auf vier verschiedenen Ebenen definiert werden.

• Globale Konfiguration
• Komponenten
• Kategorien
• Artikel

Dabei werden die Einstellungen der einzelnen Ebenen vererbt. Die Einstellungen, die man also in der globalen Joomla!-Konfiguration vornimmt, werden automatisch auf alle anderen Ebenen übertragen. Werden in einer der untergeordneten Ebenen anderslautende Einstellungen vorgenommen, überschreibt man damit die übergeordneten Angaben.

Wer bereits mit Joomla! 1.5 gearbeitet hat, wird deutliche Unterschiede in Sachen Benutzerverwaltung feststellen.

• Es können beliebig viele eigene Gruppen angelegt werden. Außerdem lassen sich die Gruppen bei Bedarf anpassen. Bei Joomla! 1.5 gab es acht vordefinierte Gruppen: Öffentlich, Registriert, Autor, Editor, Publisher, Manager, Administrator und Super-Administrator.
• Jeder Benutzer kann verschiedenen Gruppen zugeordnet werden. In Joomla! 1.5 konnte jeder Benutzer jeweils nur einer Gruppe zugeordnet werden.
• Es können beliebige Zugriffslevel angelegt werden. In Joomla! 1.5 gab es drei vordefinierte Zugriffsebenen: Öffentlich, Registriert, Spezial. Außerdem sind die Zugriffsebenen in Joomla! 1.5 bestimmten Gruppen vorbehalten: Öffentlich für Seitenbesucher, Registriert für angemeldete Benutzer und Spezial für Autoren und Benutzer mit höheren Rechten.

Es hat sich also eine ganze Menge im Vergleich zu Joomla! 1.5 getan. So könnt ihr jetzt eigene Benutzergruppen definieren und explizit bestimmen, was die Mitglieder dieser Gruppen dürfen.

 

Die globalen Einstellungen

Die globalen Einstellungen für die Benutzerrechte findet ihr unter Site>Konfiguration>Berechtigungen.

 

Dort seht ihr zunächst einmal alle Benutzergruppen und deren Zugriffsrechte. Für jede Benutzergruppe lassen sich die Zugriffsrechte anpassen. Klickt dazu eine der Benutzergruppen an.

 

Im rechten Fensterbereich werden daraufhin die den jeweiligen Benutzergruppen zugewiesenen Rechte angezeigt. Unter Neue Einstellungen lassen sich diese Rechte verändern.

Im Bereich Berechnete Einstellungen ist zu sehen, welche Berechtigungen für die Gruppe tatsächlich greifen. Nicht immer stimmen nämlich Einstellungen und Ergebnis überein. Wurde in einer Ebene also beispielsweise eine Berechtigung auf Vererbt gesetzt, in einer anderen Ebene diese aber Verweigert, könnt ihr in dieser Spalte erkennen, welche Einstellung tatsächlich greift.

Insgesamt unterscheidet Joomla! zwischen vier Optionen.

Nicht gesetzt – Diese Einstellung gibt es nur für die Gruppe Öffentlich in der globalen Konfiguration.
Vererbt – Es werden die Einstellungen der übergeordneten Gruppe verwendet.
Verweigert – Mitglieder dieser Gruppe dürfen die Aktion nicht ausführen. Dabei spielt es auch keine Rolle, was in der übergeordneten Gruppe festgelegt ist.
Erlaubt – Mitglieder dieser Gruppe dürfen die Aktion ausführen.

Die Elterngruppe ist Öffentlich. Die Einstellungen dieser Gruppe werden an alle weiteren Gruppen vererbt. Wird in einer Gruppe ein anderer Wert als in Öffentlich gesetzt, wird dadurch der Öffentlich-Wert überschrieben. ihr kennt dieses Prinzip vielleicht von den Cascading Style Sheets (CSS). Auch dort werden Eigenschaften von einem Element an ein anderes vererbt. Die Eigenschaften können dann aber jeweils überschrieben werden.

Seht euch die Gruppe Manager an.

 

Mitgliedern dieser Gruppe sind die Aktionen Superadmin, Offline-Zugang und Komponentenzugriff erlaubt. Ganz anders sieht das aus, wenn man sich die Berechtigungen der Gruppe Administrator ansieht.

Die Mitglieder dieser Gruppe scheinen auf den ersten Blick dieselben Berechtigungen wie die Manager zu haben. Einen Unterschied gibt es allerdings: Administratoren haben Komponentenzugriff, sie dürfen daher auf die meisten Bereiche im Backend zugreifen. Auf diese Weise können also bestimmte Personen auf Bereiche zugreifen, während man anderen Personen den Zugriff explizit verweigert. Sinnvoll ist das natürlich in erster Linie, wenn mehrere Benutzer am Backend arbeiten.

 

Die ganz persönlichen Einstellungen

Neben den Einstellungen, die man global für Gruppen und Benutzer vornimmt, gibt es auch noch persönliche Optionen. Dazu gehören beispielsweise der verwendete Editor und die Zeitzone.

Angenommen, in der globalen Konfiguration wurde als Editor TinyMCE eingestellt.

 

Nun kann man in seinen persönlichen Einstellungen explizit festlegen, dass standardmäßig in seinem eigenen Benutzerkonto eben nicht dieser Editor verwendet werden soll. Die notwendigen Einstellungen dazu gibt es unter Site>Mein Profil.

 

Sämtliche Änderungen, die man hierin vornimmt, überschreiben die globalen Einstellungen. Im linken Fensterbereich gibt es allgemeine Einstellungen wie Name, Benutzername, E-Mail-Adresse.

Im rechten Fensterbereich findet ihr hingegen Optionen, über die sich das Backend individualisieren lässt. Immer dann, wenn Standard verwenden eingestellt ist, wird auf die Werte der globalen Konfiguration zurückgegriffen. Will man diese nicht verwenden, stellt man den gewünschten Wert ein. Diese Einstellungen gelten dann aber nur für den aktuellen Benutzer.

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