Joomla! 2.5 (Teil 11): Benutzer und Benutzergruppen (4)

Das Anlegen von Benutzern und Benutzergruppen ist natürlich erst dann wirklich sinnvoll, wenn beispielsweise im Frontend etwas passiert. So könnte man den normalen Seitenbesuchern beispielsweise völlig andere Inhalte anbieten als registrierten Besuchern. Zunächst wird in diesem Tutorial gezeigt, wie ihr Menüs und einzelne Menüeinträge ausschließlich registrierten Benutzern zur Verfügung stellt. Anschließend wird anhand eines ausführlichen Beispiels noch einmal der Zusammenhang zwischen Benutzern, Benutzergruppen und Zugriffsebenen beschrieben. Dabei wird ein Kundenmenü angelegt, in dem für jeden Kunden ein personalisierter Menüeintrag integriert wird, der dann ausschließlich für den jeweiligen Kunden verfügbar ist.

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Im einfachsten Fall kann man der Gruppe Registriert ein Menü oder Modul anzeigen, das nicht registrierte Besucher nicht zu sehen bekommen. Ruft dazu über Erweiterungen>Module das Modul auf, das ausschließlich registrierten Besuchern angezeigt werden soll. Interessant ist dort das Feld Zugriffsebene.

Über dieses Feld legt man fest, ab welcher Benutzergruppe das Modul sichtbar ist. Standardmäßig ist in diesem Feld Öffentlich eingestellt. Dadurch kann das Menü/Modul von jedem Seitenbesucher gesehen werden. Das soll nun geändert werden. Damit das Menü ausschließlich registrierte Besucher sehen, stellt man Registriert ein und speichert die Einstellungen ab. Ab sofort bekommen das Menü tatsächlich nur solche Besucher zu sehen, die sich registriert und eingeloggt haben.

 

Das funktioniert in dieser Form übrigens nicht nur für ganze Module/Menüs, sondern auch für einzelne Menüeinträge. Dazu ruft man über Menüs das betreffende Menü auf und klickt auf den gewünschten Menüeintrag. Dort gibt es dann wieder das bekannte Zugriffsebene-Feld.

Stellt man Registriert ein, können diesen Menüeintrag ausschließlich registrierte und angemeldete Benutzer sehen. Alle anderen Einträge dieses Menüs – wenn sie nicht ebenfalls auf Registriert gestellt wurden – sind hingegen unverändert sichtbar.

 

Einen geschützten Seitenbereich einrichten

Das bislang Beschriebene rund um die Themen Benutzer, Benutzergruppen und Zugriffsrechte soll nun anhand eines Beispiels praktisch veranschaulicht werden. In diesem Beispiel soll für Kunden jeweils ein personalisierter Bereich eingerichtet werden. Das erfordert folgende Vorarbeiten:

• Es müssen Benutzergruppen erstellt werden.
• Man muss die Benutzer anlegen und den Gruppen zuweisen.
• Es werden Zugriffsebenen definiert.
• Die eigentlichen Inhalte werden definiert und denen werden wiederum die Zugriffsebenen zugewiesen.

Über Benutzer>Gruppen>Neue Gruppe wird die Gruppe Kunden angelegt. Dieser Gruppe wird die übergeordnete Gruppe Registriert zugewiesen.

Das ist die übergeordnete Benutzergruppe. Dieser Gruppe werden die einzelnen Kunden zugewiesen. Dabei wird für jeden Kunden eine eigene Gruppe definiert.

 

Die Gruppenübersicht könnte anschließend also folgendermaßen aussehen:

Deutlich ist hier zu erkennen, dass die einzelnen Kundengruppen Untergruppen der übergeordneten Gruppe Kunden sind.

 

Im nächsten Schritt müssen die einzelnen Benutzer angelegt werden. Das geschieht jeweils über Benutzer>Benutzer>Neuer Benutzer. Tragt dort Name, Benutzername, E-Mail-Adresse usw. ein. Entscheidend ist jetzt vor allem der Bereich Zugewiesene Gruppen.

 

Dort muss für jeden Benutzer seine persönliche Gruppe angegeben werden. Aktiviert diese Gruppe und jeweils auch die Gruppe Registriert. Insgesamt sollte die Benutzerübersicht dann folgendermaßen aussehen.

 

Weiter geht es mit der Definition der Zugriffsebenen. Angelegt und verwaltet werden diese über Benutzer>Zugriffsebene>Neue Zugriffsebene. Im aktuellen Fall legt ihr die Zugriffsebene Kunden an. Interessant ist dabei auch der Bereich Folgende Benutzergruppen haben Zugriff.

Dort aktiviert man die Gruppe Kunden.

 

Jetzt muss für jeden Kunden eine eigene Zugriffsebene definiert werden. Dabei aktiviert man dann für jeden Kunden im Bereich Folgende Benutzergruppen haben Zugriff die eigene Benutzergruppe.

 

Inhalte anlegen

Weiter geht es mit dem Anlegen der eigentlichen Inhalte, also dem Mitgliederbereich. Ziel ist es, dass jeder Benutzer, nachdem er sich eingeloggt hat, ein personalisiertes Kundenmenü angezeigt bekommt. Für Mayer sähe das Menü so aus:

 

Für Schmidt hingegen folgendermaßen:

 

Um die Übersicht zu bewahren, sollten die Inhalte sorgfältig kategorisiert werden. Eine neue Inhaltskategorie wird über Inhalt>Kategorien>Neue Kategorie angelegt. Der ersten Kategorie weist man den Namen Kunden zu. Auch hier kommt dann wieder dem Feld Zugriffsebene eine besondere Bedeutung zu.

 

Dort muss Kunden eingestellt werden. Diese Kategorie kann man anschließend abspeichern. Nun kann man die Kategorien für die einzelnen Kunden anlegen. Für Mayer sähe das folgendermaßen aus:

Achtet hier auf zwei Dinge. Im Feld Übergeordnet muss Kunden eingestellt sein. Außerdem muss unter Zugriffsebene der Name des Kunden, im aktuellen Fall also Mayer, stehen. Jedem Kunden wird die eigene Zugriffsebene zugewiesen. Wiederholt diese Schritte wieder für alle Kunden.

 

Die Menüs anlegen

Jetzt wird das Kundenmenü angelegt. Dieses Menü enthält für jeden einzelnen Kunden einen personalisierten Inhalt. Zunächst muss das neue Menü über Menüs>Menüs>Neues Menü angelegt werden.

 

Nachdem das Menü gespeichert wurde, klickt ihr in der Menüübersicht in der Spalte Zum Menü verlinkte Module bei Kundenmenü auf Ein Modul für diesen Menütyp hinzufügen.

Dieser verkürzte Weg zum Anlegen eines Menü-Moduls ist übrigens eine Neuerung in Joomla! 2.5.

Neben den üblichen Modulangaben kommt dem Feld Zugriffsebene besondere Bedeutung zu. Denn dort wird festgelegt, wer das Menü sehen kann. Stellt Kunden ein. Dadurch wird das Menü ausschließlich Mitgliedern der Gruppe Kunden angezeigt, wenn sich diese im Frontend eingeloggt haben.

 

Nun soll innerhalb dieses Menüs für jeden Kunden ein individueller Link eingefügt werden. Ruft Menüs>Kundenmenü>Neuer Menüeintrag auf. Wichtig ist wieder das Feld Zugriffsebene.

Denn dort muss der Name des jeweiligen Kunden eingestellt werden. Die übrigen Einstellungen entsprechen denen herkömmlicher Menüeinträge. (An dieser Stelle darf der Hinweis nicht fehlen, dass ich in einem späteren Tutorial noch einmal ausführlich auf das Anlegen von Menüs und Menüpunkten zu sprechen kommen werde).

Für jeden Kunden solltet ihr mindestens einen Menüpunkt anlegen, um die korrekte Funktionsweise des individuellen Kundenmenüs testen zu können. Wenn ihr anschließend die Webseite aufruft, ohne euch einzuloggen, sollte das Kundenmenü überhaupt nicht zu sehen sein. Meldet ihr euch nun aber mit den Zugangsdaten eines Kunden an, wird nicht nur das Kundenmenü angezeigt, auch der personalisierte Menüeintrag ist zu sehen.

 

Und wenn ihr euch dann mit den Zugangsdaten eines weiteren Benutzers anmeldet, bekommt ihr dessen Menüeintrag zu Gesicht. Auf diese Weise lassen sich also personalisierte Bereiche erstellen, in denen Benutzern ganz gezielt Informationen zur Verfügung gestellt werden können.

Fazit

Auch wenn die Benutzerverwaltung in Joomla! sicherlich noch nicht perfekt ist, hat sie in den letzten Versionen dennoch einen deutlichen Qualitätssprung hingelegt. So lassen sich jetzt zumindest schon mal eigene Benutzergruppen und Zugriffsebenen definieren, wodurch das Anlegen personalisierter Seitenbereiche möglich wird.

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